ab 1990:

Und weiter wandelt sich das Bild von Ipwege und Wahnbek. Das Areal Eibenstraße wird ab 1990 mit Wohnhäusern bebaut und im Jahre 1996 kommen Weichsel- und Saalestraße hinzu. Die Bevölkerung wächst auf über 3.100 im Jahre 1998. In dieser Zeit bauen die verbliebenen landwirtschaftlichen Betriebe neue große Rindviehställe. Die Tennisgemeinschaft Wahnbek bezieht ihr Vereinsheim an der Sandbergstraße und die in den 60er Jahren errichtete Turnhalle muss einer größeren Halle weichen. Aber auch in unserer Wehr hat sich einiges getan. Erwin Klostermann wird 1988 neuer Gemeindebrandmeister. Sein Nachfolger als Ortsbrandmeister wird Heino Klostermann, stellvertretender Ortsbrandmeister bleibt Rolf Dirks.
Sind es in den 80er Jahren noch fünf bis neun Einsätze pro Jahr, welche die Wehr ableistet, so steigen sie in den 90ern auf mindestens zehn Einsätze im Jahr. Besonders die schweren Stürme 1990 und 1998 sowie die Großbrände bei Rögener in Ipwegermoor und der Gaststätte "Am Ortsrand" in Südende werden uns in Erinnerung bleiben.
Im November 1990 bekommen wir ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF 8). Einige Kameraden holen das Fahrzeug direkt vom Werk ab. Jetzt sind wir wieder zeitgemäß ausgerüstet und können unseren alten Opel Blitz aus dem Jahr 1958 nach einer Grundüberholung an die Ortswehr Zernitz in Brandenburg weitergeben. Unser "Hauptproblem" ist zu der Zeit aber ein anderes: Nachdem in den vorangegangenen Jahren nicht genügend Kameraden eingetreten waren und einige in die Altersabteilung wechselten, zählen wir 1989 nur noch 28 Aktive. Die Suche nach Nachwuchskräften wird zur dringlichsten Aufgabe erklärt. Es werden geeignete Männer angeschrieben und angesprochen und es findet ein Informations-abend statt. Im Jahre 1992 hat die Wehr dann wieder 34 Aktive und sechs Alterskameraden. In der Jahreshauptversammlung 1991 findet eine lebhafte Grundsatzdiskussion statt. Es geht um das Thema "Frauen in der Wehr - ja oder nein". Unsere Wehr spricht sich für ein generelles Ja aus. Bis die ersten (und bisher auch einzigen) Frauen eintreten dauert es allerdings noch elf Jahre (2002). Und noch eine Entscheidung wird getroffen: Die Wehr veranstaltet das jährliche Osterfeuer. Heinz-Georg Barghop hatte schon in den Vorjahren das Osterfeuer angelegt und am Ostersamstag abgebrannt. Mittlerweile kommt Familie Barghop mit der vielen Arbeit nicht mehr allein zurecht und die Feuerwehr übernimmt nun diese Veranstaltung. Trotzdem ist Familie Barghop immer mit großem Elan dabei. Durch die Feuerwehr, die ein Zelt aufstellt und Bratwurst sowie Getränke anbietet, ist der Rahmen etwas größer geworden, entspricht aber nicht dem Volksfestcharakter wie in einigen anderen Orten, was von der Wehr auch nicht gewünscht wird.